Mut zur Begegnung – Von Männern zu Ziegen

Gelegenheiten zaubern unvergessliche Momente. Zufälle und Schicksal lassen uns ständig neue Wege gehen. Der Blick durch die Linse eines Fotoapparates lässt dich diese Momente nicht nur für die Ewigkeit einfangen, er schafft Beziehungen und öffnet Türen.

Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an. Wie auch diese hier. Von einem Fremden, der ein bisschen zum Freund wurde. Eine Geschichte von Bescheidenheit, purem Leben und echter Emotion.

Es ist eine Story vollgepackt mit kleinen Wundern, die ich in meine Schatzkiste der besonderen Erlebnisse packe. Die Geschichte einer Begegnung von Ziegen und Männern.

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Frühmorgens machten Felix, Lien und ich uns auf den Weg, das zauberhafte Licht der aufgehenden Sonne einzufangen. Das Erwachen der Natur ist im Landesinneren von einer seltsamen und wunderschönen Lichtstimmung begleitet und so machten wir drei Fotosüchtigen uns auf den Weg zu einer Passhöhe im Hinterland der Insel.

Da saßen wir nun und warteten auf die sanften Strahlen der aufgehenden Sonne, als ein roter Pick-up die morgendliche Ruhe störte.

Alle hundert Meter blieb der Wagen stehen, ein agiler älterer Mann sprang aus dem Auto und stieß merkwürdig anmutende Laute aus. Ein kurioses Spektakel, dass uns neugierig machte. In einiger Entfernung entdeckten wir eine Ziegenherde, die sich beim wildgestikulierenden Gepfeife in Bewegung setzte.

Kurzerhand habe ich den Mann einfach angesprochen, er hat mich einfach neugierig gemacht. Felix, der ja immer auf der Suche nach Menschen vor seiner Kamera ist hat ihn kurzerhand gefragt, ob wir ihn fotografieren dürfen. Samadis war sein Name, das war aber auch schon das Einzige, dass wir verstanden hatten. Er sprach ausschließlich griechisch und wir mussten uns unseren Reim auf seine fremden Worte, gepaart mit seinen stürmischen Gesten, machen.

Er wirkte mächtig stolz, dass Felix gerade von ihm und seinem roten, staubigen Auto Fotos machen wollten, und zeigte uns auch gleich seinen „Schatz“. Es war das Bild seines Schutzpatrons, der leicht vergilbt und zerschlissen hinter der staubigen Windschutzscheibe schützend seine Hände über ihn ausstreckte. Sein Gesicht hatte tiefe Falten. Man sah Samadis an, dass er an ein karges Leben gewöhnt war. Und trotzdem (oder gerade deshalb) durchzog sein Gesicht ein ehrliches und breites Lachen.

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Wir beschlossen Samadis auf seiner Runde zu begleiten, zu groß war die Neugier auf das Unbekannte. Abenteuerlich ging es über Schotterpisten dahin, immer wieder blieb der freundliche Grieche stehen, und pfiff wild gestikulierend nach seinen Tieren, die sich umgehend in Bewegung setzten. Unsere Intuition hat uns geleitet, uns an Abzweigungen den rechten Weg nehmen lassen und uns schließlich zum Refugium des Ziegenhirten Samadis geführt. Sehr entlegen und einsam fanden wir uns an einem bescheidenen Platz vor dem Stall der Ziegen wieder. Ein Gefühl der Unsicherheit und ein Hauch von unbequemer Angst überflog uns. Was, wenn Samadis etwa die Situation ausnutzte und versuchte uns zu überfallen? War er uns hier an seinem Anwesen auch so gut gesonnen, wie zuvor auf der Straße? Dem anfänglichen Enthusiasmus wich ein eher mulmiges Gefühl und wir warteten gespannt auf das Eintreffen des Ziegenhirten.

Unsere Spannung stieg, als wir den Pickup in einer Staubwolke auftauchen sahen. Begleitet von freudigem Winken und einem griechischem Wortschwall hieß uns Samadis auf seinem Kleinod Willkommen. Obwohl wir als Fremde einfach auf sein Grundstück gekommen sind, hat Samadis uns wie alte Freunde empfangen. Er rieb sich den Bauch während er freudig gestikulierend weiter auf uns einredete. Seine Ziegen hatten Hunger. In seinem bescheidenen Stall lagerte er das Futter für seine Tiere und versuchte uns zu erklären, dass der Mais aus überreifen Beständen oder Missernten stammt. Scharenweise versammelten sich die munteren Tiere um Samadis. Er sorgte sich um seine Tiere und die dankten es ihm mit Verbundenheit und Treue. Samadis begann seine Ziegen fürsorglich zu tränken und sie mit Wasser zu versorgen. In der südl.ndischen Gelassenheit hat er nicht darauf vergessen Pausen einzulegen und hat sich mit einer Zigarette gemütlich an seinem Dasein zu erfreuen. Ganze 2 Scheibtruhen voll Mais hat der Ziegenhirte an seine Tiere verfüttert, die gierig auf ihre Tagesration gewartet hatten. Voller Energie stürzten sich die Tiere auf das Futter. Mittendrin in diesem Chaos aus Fell, Staub und Gemecker versuchten wir mit unseren Kameras diesen Moment einzufangen. Die Emotion und die Stimmung in unserem Fotomaterial zu konservieren. Die Tiere waren uns gegenüber sehr reserviert und haben vorsorglich einen Sicherheitsradius von drei bis vier Metern eingehalten. Wir waren Fremde für Sie.

Und wie sich Mißtrauen überwinden lässt?

Mit dem Glauben an das Gute.

Mit der Offenheit für neue Begegnungen.

Mit der ehrlichen Freude solcher Momente.

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An diesem Abend haben wir uns noch lange über den turbulenten Tag unterhalten und festgestellt:

Wenn man den Menschen mit offenen Armen entgegen geht, ihnen mit einem Lächeln und Wertschätzung begegnet, dann reflektieren Sie Freundlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit. Die Begegnung mit Samtdis hat mich sehr bewegt.

Dieser Tag war unheimlich echt und unheimlich nah am purem Leben. Diese Begegnung hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, den Mut für Offenheit aufzubringen und für neue Abenteuer und Menschen offen zu sein.

Es ist viel schöner Brücken zu bauen, als Grenzen zu ziehen, selbst wenn man unterschiedliche Sprachen spricht.

Wer ein Freund von Abenteuerreisen ist, sollte unbedingt Felix und Lien verfolgen.

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