Das Gute liegt so nah…

Unweit meines Studios liegt eine landschaftliche Perle. Verborgen in ruppigem Gelände und ursprünglichen Wäldern erhebt der Nationalpark Gesäuse sich mit seinen anspruchsvollen Gipfeln.

Weil ich bekanntlich immer die Herausforderung und das Abenteuer suche, haben Ilona und ich unsere Rucksäcke gepackt, die Wanderschuhe poliert und natürlich hab ich auch meine Kameras justiert. Gespannt machten wir uns auf, um eine Woche Natur pur im „XEIS“ zu erleben.

Diesmal wollten wir den Nationalpark nicht verlassen und haben uns auf den Hütten des Gesäuses eingebucht. Wie sich herausgestellt hat eine sehr gute Entscheidung, da die Lichtsitutationen im Gesäuse ein frühes Aufstehen oder sehr spätes Heimkommen bedingen, aber dazu später mehr.

4 Hütten lagen auf unserer Route:

Alle Hütten liegen strategisch günstig an neuralgischen Gipfelstürmerpunkten und bieten ein perfektes Basislager für den Aufstieg auf die sehr anspruchsvollen 2000er. Die Abende am Berg, träumend am wärmenden Lagerfeuer sitzend, haben einen sehr speziellen Zauber auf uns ausgeübt. Die Ruhe, die Erhabenheit und die unglaublichen Eindrücke des Tages haben das Gefühl einer besonderen Gelassenheit in uns hinterlassen.

Der Nationalpark Gesäuse ist ein anspruchsvoller und sehr junger Nationalpark, der erst 2001 gegründet wurde. Trotz seiner großen Herausforderungen beim Klettern, Bergsteigen und wandern bietet der Nationalpark aber auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Neben Campingmöglichkeiten, gemütlichen Hüttenurlauben, Action beim Raften oder Kanu fahren, bietet die Umgebung zahlreiche besondere Ausflugsziele. Die Bergtouren des Gesäuses sind wahrlich kein „Kindergeburtstag“: Im Schnitt überwindet man auf einer Tour schon mal 1.400 Höhenmeter. Auch meine Wildcard-Gewinnerin Lisa hat sich das Abenteuer nicht ganz so anstrengend vorgestellt, den Gipfelsieg aber trotzdem mit Bravour gemeistert. Push your Limits: Das ist das Motto im Gesäuse.

Nach drei Tagen gipfelstürmen haben auch Ilona und ich uns eine Bergauszeit genommen und sind Richtung Stift Admont aufgebrochen. Hab ich doch tatsächlich 27 Jahre gebraucht, um diesen Schatz zu entdecken. 1074 wurde das Benediktinerkloster mit seiner weltgrößten Klosterbibliothek gegründet. Die beeindruckende Architektur zählt neben den literarischen Schätzen zu den größten Kunstwerken des Spätbarocks. Die unheimliche Weite der Räume, bis unters Dach prall gefüllt mit Wissensschätzen, hat einen tiefschürfenden Eindruck bei mir hinterlassen. Zirka 200.000 Bände, Zeugen unserer literarischen und theologischen Wurzeln, füllen die Stiftsbibiliothek in Admont. Wer einmal unter dem beeindruckenden Fresko im großen Kuppelsaal gestanden hat weiß, wie klein und ehrfürchtig man sich in diesen Räumlichkeiten fühlt. Wer also noch nie dort war: Unbedingt einen Ausflug in die Stiftsbibliothek Admont planen, es lohnt sich wirklich.

Wieder zurück im Nationalpark haben wir am nächsten Tag sofort wieder in unsere Wanderschuhe angelegt und waren bereit für einen Gipfelsieg. Wir haben beschlossen den leichtesten der 2000er Gipfel im Gesäuse zu erklimmen. Das selbst der so anspruchsvoll ist, damit haben wir allerdings nicht gerechnet. Aufgestiegen von 580 Höhenmeter auf 2045 Meter sind wir nach 6 Stunden ziemlich erschöpft, aber auch unheimlich glücklich am Gipfel gestanden. Das Gesäuse wird in Bergfex Kreisen nicht umsonst die „Universität des Bergsteigens“ genannt. Mich erinnert der Nationalpark sehr stark an die landschaftlichen Schönheiten des Yosemite Nationalparks in den USA. Auch meine Fotoergebnisse sind sich sehr ähnlich. Beide Nationalparks bestechen durch eine raue Landschaft, geprägt von tiefen Schluchten, die von Bächen und reissenden Wassern durchzogen sind. Steile, herausfordernden Gipfel ragen über die unzugängliche Landschaft, die Naturschönheiten der Extraklasse zu bieten hat.

Fotografisch hat mir das Gesäuse alles abverlangt: Die Lichtverhältnisse sind bedingt durch die landschaftliche Besonderheit eine wirkliche Herausforderung. Nur mit einer Übernachtung ist es möglich, das Stimmungslicht der Sonnenauf- oder untergänge zu erhaschen. Das bedeutet, dein Gipfel-Aufstieg beginnt dann bereits um Mitternacht. Dafür belohnt wirst du mit einer Stimmung, wie du sie selten zu sehen bekommst. Diese Ausblicke über meine Heimat haben mich sehr berührt und uns für die Strapazen mehr als belohnt. Für die besten Fotos im Gesäuse musst du auch körperlich an dein Limit gehen, unwegsames Gelände erklimmen und immer bereit sein, alles für dieses eine Bild zu geben. Du musst schnell genug sein, um den richtigen Moment für den „Schuss“ nicht zu verpassen und wirst dafür mit faszinierenden Landschaftsbildern belohnt.

„Wenn man im Gesäuse fotografieren kann, kann man wohl auf der ganzen Welt fotografieren“.

Lieber Nationalpark Gesäuse, ich komme sicher wieder, auch wenn mich meine nächste „Mountain Experience“ sicher wieder woanders hin treibt. Denn es gibt noch so viel zu entdecken und Naturwunder festzuhalten, die so nie wieder kehren. Auch wenn es mich meist rund um den Erdball trägt, die größten Wunder liegen oft vor einem. Sind so nah, dass man sie beinahe übersieht. Für weitere Infos zum unendlich schönen, aber herausfordernden Nationalpark Gesäuse, checkt die Infos auf der Webseite:

Die Bergführer und Tourismusexperten vor Ort helfen euch gerne, das perfekte Programm für euer Abenteuer in der Hochsteiermark zusammen zu stellen.

Links zu:

Nationalpark Gesäuse

Stiftsbibliothek Admont

Yosemite Nationalpark

Nationalparks Österreich

Betriebe und Hütten im Gehäuse

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