Ein Erlebnis das man nicht mehr vergisst. 

Für mich stand eine Reise zu dem Antelope Canyon seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste. Auf unserer diesjährigen USA Reise habe ich mir diesen Traum erfüllt. Zweifelsohne habe ich mit viel Schönheit gerechnet, da ich doch schon das ein oder andere Bild gesehen habe. Es dann tatsächlich selbst zu erleben ist schon ein Erlebnis das Eindruck hinterlässt.

Ich habe mir, zugegeben, trotz großem Recherchenaufwand, schwer getan einen brauchbaren Ablaufplan zu erstellen. Wann fotografiere ich am Besten, sind Stative erlaubt, wie dunkel ist es da unten eigentlich wirklich, kann ich da selbst hin oder muss ich eine Tour buchen… Fragen über Fragen die mir niemand so recht beantworten konnte.

Solltet ihr zukünftig einen Besuch in einem der beiden Antelope Canyons planen werden euch die nächsten Zeilen das Leben erleichtern. 

Einige Fakten: 

  • Es gibt zwei Canyons, den „Upper Antelope Canyon“ und den „Lower Antelope Canyon“ beide befinden sich ung. 10 Autominuten vom kleinen Städtchen „Page“ entfernt.
  • Der „Upper Antelope Canyon“ ist der bekanntere, vor allem aufgrund der „Lightbeams“ welche ausschließlich in den Sommermonaten zu sehen sind.
  • Beide Canyons befinden sich auf „Navajo Nation Tribal Land“ es ist nicht möglich dort ohne Guide hinein zu gehen. Man muss eine Tour buchen.
  • Der Besuch ist kein Erlebnis welches man für sich alleine hat, die Agenturen vor Ort schleusen alleine durch den „Upper Antelope“ täglich an die 2000 Menschen.
  • Die Farben erscheinen in Wirklichkeit nicht so intensiv wie auf manchen Bildern, Fotografen bemühen den Weißabgleichsregler um dieses Ergebnis zu erzielen.
  • Es kann immer wieder zu Überflutungen kommen, dann sind die Canyons gesperrt.
  • Das Kamera Equipment kommt ans Limit, nicht nur aufgrund der Dunkelheit, sondern vor allem aufgrund des Staubes.
  • Eine Handy Camera ist auf jeden Fall empfehlenswerter als eine DSLR mit der man nicht 100% auf Tuchfühlung ist.
  • Unbedingt Wasser mitnehmen, es ist heiß und vor allem sehr trocken.

Welcher Canyon: 

Der Upper Antelope: ist vor allem bekannt durch seine „Lightbeams“. Diese treten jedoch ausschließlich in den Sommermonaten auf und sind noch dazu extrem schwer zu fotografieren da ein unglaublicher Licht/Schatten Kontrast gegeben ist. (Je mehr Dynamikumfang die Kamera hat umso besser) Er ist jedoch auch ohne Lightbeams sehr sehenswert, da die Farben und Lichter dann gedeckter sind als in den Sommermonaten. Im Upper Antelope entstand auch die teuerste, je verkaufte Fotografie von dem Künstler Peter LIK. Das Bild trägt den Namen „Phantom“ und wurde um unglaubliche $6.5 Millionen verkauft.

Wie fotografieren: Wer besondere Fotografien mit nach Hause nehmen möchte, kommt im Upper Antelope um ein Stativ und einer damit einher gehenden „Fototour“ nicht umhin. Beim Ticketkauf vor Ort muss man sogar Stativ und Kamera vorzeigen, ansonsten gibt es kein Ticket. Bei den normalen Touren ist ein Stativ wiederum verboten. #USA – DU LAND DER UNBEGRENZTEN MÖGLICHKEITEN #NICHT. 😉  Es ist drinnen auch wirklich dunkel. um ein Gefühl zu bekommen- bei Blende 11 hatte ich eine Belichtungszeit von 30 -45 Sekunden. Das macht man auch mit einem ruhigen Händchen nicht mehr aus der Hand! 😉

Die Agenturen nehmen dafür stolze $130 pro Person. Dafür bekommt man aber einen Ritt durch die Wüste sowie einen Guide der einem die Leute fern hält, sodass man zumindestens 2 Minuten Zeit hat um zu fotografieren. Achja- und die bekannten Bilder, wo der Sand von den Wänden runter läuft… Ja, der Guide hat eine Schaufel mit und wirft den Sand ganz einfach nach oben.

Daher auch die Empfehlung die Kamera so gut es geht zu schützen. Weiters empfiehlt sich keine Angst vor Körperkontakt zu haben. 😉

Der Lower Antelope: Weniger touristisch? Nein würde ich nicht sagen, es ist genauso voll gestopft wie beim Upper Antelope. Der Canyon ist nach oben hin offener, dh es fällt mehr Licht hinein und es gibt dadurch ein breiteres Farbspektrum. Wir haben hier eine normale Tour für $25 pro Person gebucht . Fotografieren kann man- ja- aber nur im vorbei gehen. Bleibt man zu lange stehen drängt der Guide auf schnelleres weitergehen. Man kann natürlich auch dort eine Fototour buchen, es gibt dann wieder einen Guide der die Leute für 2 Minuten aufhält.

Zur Ausrüstung: 

Ich würde mich für 1 Objektiv entscheiden. Zu einem Objektivwechsel drinnen würde ich aufgrund der staubigen Umgebung nicht raten. Wer mehrere Brennweiten abdecken möchte sollte am Besten einen zweiten Kamerabody mit hinein nehmen. Ich hatte ein 21mm Objektiv an meiner Kamera und war damit sehr gut beraten. Ich würde schon sagen, je mehr Weitwinkel desto besser, vor allem aufgrund des engen Raumes.

Festes Schuhwerk schadet auch nicht, die Guides haben davon erzählt, dass sie immer wieder Skorpione und Schlangen aus dem Canyon schaffen. Ich selbst kann mir nicht vorstellen das bei diesem Antrag an Touristen auch nur irgendein Tier dort drinnen ist. Wenn das vorkommt dann evtl. in der Früh wenn man zu den ersten Besuchern zählt.

Mein Fazit:

Ich kann es nur jedem empfehlen der eine Reise an die Westküste Amerikas plant diese Naturschönheit zu besichtigen. Es ist definitiv ein Erlebnis das man nie wieder vergisst, egal ob mit Kamera oder ohne. Würde ich etwas anders machen? Nein- ich glaube ich werde diese Reise irgendwann wieder machen, dann im Sommer mit Lightbeams. 🙂 Wenn ihr im Canyon drinnen seid, schaut auch mal nach oben, das gibt teilweise sensationelle Perspektiven wie auf dem Bild darunter.

Lasst mich wissen ob ihr noch Fragen habt, ich werde versuchen diese bestmöglich zu beantworten.